1. Halbjahr 2020

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden insgesamt 257 antisemitische Vorfälle registriert. Den Halbjahresbericht mit vielen weiteren Details finden Sie hier.

 
Antisemitismus-Definition der IHRA

Antisemitismus-Definition der IHRA

"Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort und Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und / oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen und religiöse Einrichtungen."

 
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JAHRESBERICHT 2019

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 550 antisemitische Vorfälle registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 9,5 Prozent binnen zwei Jahren. Den ausführlichen Bericht können Sie hier downloaden.

Antisemitische Vorfälle: Jahresbericht 2019
 
 

METHODIK & KATEGORISIERUNGEN

Ein wesentlicher Bestandteil der Erfassung, Analyse und Verbreitung antisemitismusbezogener Daten ist die Kategorisierung antisemitischer Vorfälle, die auch zu einer Vergleichbarkeit der Daten auf europäischer Ebene führen soll. Dazu hat das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), heute Fundamental Rights Agency (FRA), Richtlinien zur Kategorisierung antisemitischer Vorfälle veröffentlicht, die maßgeblich vom britischen Community Security Trust (CST) geprägt waren und sind. Deren Kategorien und Begriffsbestimmungen sollten – so die Empfehlung – "so weit als möglich" übernommen werden.

Neben der in Deutschland beheimateten RIAS hat für das Berichtsjahr 2019 erstmals auch die Antisemitismus-Meldestelle der IKG die internationale Kategorisierung übernommen. 

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PHYSISCHE ANGRIFFE

Jegliche Form des physischen Angriffs auf Menschen und Gebäude, mit oder ohne Waffen. Auch der erfolglose Versuch eines Angriffs (sei es, weil das Opfer sich zur Wehr setze oder flüchten konnte) wird unter dieser Kategorie erfasst. Selbiges gilt für das Werfen von Gegenständen in Richtung von Personen, auch wenn diese ihr Ziel verfehlen.
(Die EUMC-Richtlinie, CST und RIAS kennen als Steigerungsform noch die Kategorie “Extreme Gewalt”. Wir betrachten die Differenzierung zwischen letzterer und “physischen Angriffen” als nicht sinnvoll)

BEDROHUNGEN

Konkret formulierte Androhung physischer Gewalt gegen jüdische beziehungsweise als jüdisch wahrgenommene Personen oder Einrichtungen; die Drohung ist zielgerichtet und kann in schriftlicher oder mündlicher Form erfolgen.
Ebenfalls als Bedrohung kategorisiert werden Bombendrohungen gegen sowie Bombenattrappen bei jüdischen Einrichtungen.

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SACHBESCHÄDIGUNGEN

Nicht lebensbedrohlicher Übergriff auf ein Objekt. Als Sachbeschädigung gelten hierbei auch Beschmierungen, sowie das Anbringen von Stickern und Plakaten.

Hinweis: Im Unterschied zu CST und RIAS werden in dieser Kategorie nicht nur jene Sachbeschädigungen erfasst, welche sich gegen Objekte richten, die sich in jüdischem Besitz befinden, als solches wahrgenommen werden oder sonstwie mit dem Judentum, Israel oder der Shoah in Verbindung gebracht werden können, sondern auch jene, welche nicht diesen Kriterien entsprechen (z.B. Davidsterne und antisemitische Beschimpfungen auf Wahlplakaten österreichischer PolitikerInnen).

VERLETZENDES VERHALTEN

Antisemitische Beschimpfungen, Äußerungen, Kommentare und Botschaften; Diese können verbal (von angesicht zu angesicht, telefonisch) oder schriftlich (Brief, E-Mail, Onlinemedien, andere elektronische Kommunikationskanäle) erfolgen und sind an eine spezifische Person oder Institution gerichtet.

Hinweis: Um eine Verzerrung der Statistik zu vermeiden wird bei antisemitischen Postings im Onlinebereich die Gesamtheit aller Kommentare zu einem Beitrag (Nachrichten oder Social Media) zu einem einzelnen Vorfall zusammengefasst.

Beispiel: Im November 2019 fanden sich allein im Anschluss an einen krone.at-Artikel über IKG-Präsident Oskar Deutsch 68 antisemitische Kommentare von 55 verschiedenen UserInnen. Diese werden in der Statistik als ein Vorfall zusammengefasst.

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MASSENZUSCHRIFTEN

Hierbei handelt es sich um schriftliche antisemitische Inhalte, die an mindestens zwei AdressatInnen gerichtet sind beziehungsweise generell auf einen breiten Empfängerkreis abzielen. Dazu gehören Publikationen (Online wie Offline, zB Zeitungen, Magazine, Blogs), an mehrere EmpfängerInnen versandte Schreiben (Briefe, Emails).

 

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Seitenstettengasse 4,
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